Praxis für Augenheilkunde Dr. med. Carsten Urbat
Augenarzt -Sehschule - Contactlinsen - Laserchirurgie

Von Jutta Meyer zu Siederdiessen

Spezialistin für Schielbehandlung, Früherkennung und Behandlung der Sehschwäche. Spezialistin zur Diagnostik von visuellen Wahrnehmungsstörungen.

Amblyopie

Was versteht man unter einer Amblyopie?
Amblyopie ist die Sehschwäche eines sonst organisch gesunden Auges.Wir sprechen von einer
Amblyopie,wenn ein Auge - trotz richtiger Brille - nicht die vollständige Sehschärfe erreicht.
Alarmzeichen für eine Sehschwäche sind:

  • Lesestörungen- und Unlust
  • häufiges Kneifen/Blinzeln
  • Konzentrationsprobleme
  • Augenbrennen
  • Kopfschmerzen
  • Vorbeigreifen und Ungeschicklichkeit
  • Doppelbilder - Schielen

 

Wie kommt es zu einer Sehschwäche?
Damit wir räumlich wahrnehmen können, müssen unsere beiden Augen zentral auf ein
Fixationsobjekt ausgerichtet sein. Diese beiden Bilder werden im Gehirn zu einem einzigen
Seheindruck verschmolzen und es entsteht ein räumliches- oder auch 3D-Sehen genannt,
Schielt ein Auge,wird das Bild von diesem Auge etwas neben der zentralen Sehbahn
aufgenommen und nur vom guten Augenzentral gesehen.Die unterschiedlichen Bilder beider
Augen können nicht mehr richtig im Gehirn zur Deckung gebracht werden. Es entstehen
Doppelbilder. Das kindliche Gehirn kann sich - im Gegensatz zum Erwachsenen - gegen die
Doppelbilder wehren, indem es den Seheindruck vom schwächeren schielenden Auge unterdrückt.
Die Folge ist, dass das nicht benutzte Auge nach einiger Zeit sehschwach wird(=
Schielamblyopie).
Ebenso kann ein Auge sehschwach werden, wenn es aufgrund einer ungleichen Fehlsichtigkeit
( z.B. ein Auge 2 Dioptrien und das andere 5 Dioptrien ) nicht benutzt wird ( =
Refraktionsamblyopie ).
Amblyopie kann auch entstehen, wenn ein Auge wegen einer z.B. angeborenen Augenerkrankung
(z.B. grauer Star, Ptosis = Lidheberschwäche) an der Entwicklung der Sehschärfe gehindert wird.

Welche Folgen hat eine nicht behandelte Sehschwäche ( Amblyopie ) ? Die Fähigkeit , volle Sehschärfe zu entwickeln, ist mit dem 4.Lebensjahr abgeschlossen.Wenn eine Sehschwäche nicht rechtzeitig entdeckt und behandelt wird, bleibt sie ein lebenslang bestehen. Das Kind lernt dann nie mehr richtig beidäugig oder gar dreidimensional zu sehen. Es ist erhöht durch Unfälle gefährdet, da es in Gefahrensituationen intuitiv das verbleibende gute Auge zur Gefahrenzone hin ausrichtet und somit auch das gute Auge noch in Gefahr bringt. Das amblyope Kind ist bei der Berufswahl beeinträchtigt, da einige Berufe wie z.B.: Berufskraftfahrer oder auch Piloten exaktes beiläufiges Sehen verlangen.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es? Nachdem durch eine Tropfenuntersuchung ( = Skiakopie ) abgeklärt worden ist , ob das Kind eine Brillenkorrektur benötigt, wird eine erforderliche Brille verordnet. Nach ca 10 wöchiger Eingewöhnungszeit an die Brille, wird das gut sehende Auge mit einem Pflaster verklebt, um das sehschwache Auge zu trainieren. Der Rhythmus der Pflastertherapie ist altersabhängig. Wie lange die Therapie durchgeführt werden muss erfahren Sie von Ihrem Augenarzt bzw. Ihrer Orthoptistin. Diese führen auch die 10 bis 12 wöchentlichen Kontrollen der Sehschärfe durch, um den Therapieerfolg zu überwachen. Je früher mit der Behandlung begonnen wird und je konsequenter sie durchgeführt wird, desto größer ist der Behandlungserfolg! Die Erfahrung hat gezeigt, dass schnellere Therapie-Erfolge erzielt werden, wenn sich Ihr Kind während des Pflastertragens z.B. im Nahbereich konzentriert beschäftigt wie z.B. mit Puzzlen, Schreiben, Lesen, Malen, Basteln, Perlen aufziehen und Gesellschaftsspielen. Je unauffälliger das Pflaster bei diesen Beschäftigungen getragen werden kann, desto schneller steigt auch die
Sehschärfe dann in der Ferne an.
Für weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne jederzeit zur Verfügung!