Praxis für Augenheilkunde Dr. med. Carsten Urbat
Augenarzt -Sehschule - Contactlinsen - Laserchirurgie

Die Sehschule 

Gesunde Augen und Vorsorge von klein auf.

Diagnostik und Früherkennung visuell bedingter Entwicklungs– und Lernauffälligkeiten

Neben der Schieldiagnostik und der Behandlung der Sehschwäche des Auges bieten wir in der Sehschule seit geraumer Zeit auch die Diagnostik zur Erkenntnis von visuellen Wahrnehmungsstörungen an. Diese führen oft zu Auffälligkeiten in der Schule wie Lese-, Rechtschreib- und Rechenschwäche. Das Kind durchlebt womöglich eine schwierige ­Schullaufbahn, die aufgrund frühzeitig einsetzender Diagnostik und anschließender Therapie (Ergotherapie, Lerntherapie oder logopädischer Behandlung) hätte verhindert werden können.

 

Was ist visuelle Wahrnehmungsstörung?

Wenn wir einen Gegenstand (z.B. Stuhl) wahrnehmen, wird er zunächst auf der Netzhaut abgebildet. Dann wird das wahrgenommene Bild weiter auf der Sehbahn zum Gehirn geleitet und dort in den unterschiedlichen Regionen verarbeitet. Zuerst erkennen wir die Form, Farbe und Gestalt des Objekts. Dann benennen wir das Gesehene. In den höher gelegenen Hirnregionen erfassen wir die Bedeutung des Gesehenen. Das heißt in unserem Beispiel: Der Stuhl ist ein Möbelstück zum Hinsetzen. 

Bei der visuellen Wahrnehmung werden Details nach dem Zusammenbinden von Einzelwahrnehmungen im Gedächtnis gespeichert. Diese Details werden in Zukunft immer als Ganzes abrufbar sein. Für einen normalen Lesevorgang sind also eine gute optische Abbildung auf der Netzhaut, eine intakte Reizaufnahme und eine adäquate Weiterleitung zum Gehirn nötig. Es gibt 5 Bereiche der visuellen Wahrnehmung.

 

Wie äußern sich Störungen der fünf verschiedenen Wahrnehmungungsbereiche?

1. Störung der Hand-Auge-Koordination: Ein Kind bastelt z. B. nicht so gern. Es greift oft neben sein Ziel und muss oft korrigiert werden. Es hält z. B. die Linien oder Kästchen im Heft nicht ein und hat eine unleserliche Handschrift. Es lässt beim Zählen Objekte aus oder zählt die Objekte doppelt. 

2. Störungen der Figur-Grundwahrnehmung: Oft wirkt das Kind unselbstständig, das An- und Ausziehen dauern lange. Das Kind reagiert auf taktile und visuelle Reize mit Körperverkrampfung. Das Kind hat Leseschwierigkeiten, und das Rechnen mit großen Zahlen fällt schwer.

3. Störungen der Wahrnehmungskonstanz: Das Kind findet sich nicht in Wörterbüchern zurecht. Es erkennt die ihm bekannten Worte nicht, wenn sie in einer anderen Schrift, Farbe oder einem anderen Kontext stehen.

4. Störungen der Raum-Lagewahrnehmung: Das Kind kann z.B. nicht p, q, b und d unterscheiden. Es verwechselt Zahlen: z. B.: 24 und 42.

5. Störungen der räumlichen Beziehung: Das Kind hat Schwierigkeiten beim Anordnen von Ziffern, Buchstaben und Mengenerfassung (z. B.: 345 statt 354). Es treten Schwierigkeiten beim Erinnern von Längen und Größen auf.

 

Wichtig ist es nun, mit speziellen Tests diese Störungen ­frühzeitig zu erkennen, anschließend in einer ausführlichen Sehanwendungsberatung mit den Eltern und dem Patienten die richtigen therapeutischen Maßnahmen zu besprechen und einzuleiten – seien es nun Ergotherapie, Logopädie Lerntherapie oder spezielle Krankengymnastik bei Feinmotorikstörungen.

Zusammenfassend ist festzustellen, dass es empfehlenswert ist, frühzeitig visuell bedingte Entwicklungs- und Lernauffälligkeiten zu erkennen und zu therapieren, um unseren Kindern eine zufriedene und vertrauensvolle Kindergarten- und Schulzeit zu ermöglichen.

Bei Problemen sprechen Sie uns bitte an! Wir beraten Sie gern!